Fourth day Sketchcity 2026 – Trompenburg – The Botanical Garden as an Ark

Im Rahmen von SketchCity Rotterdam besuchen wir Trompenburg Tuinen & Arboretum, einen botanischen Garten und ein Arboretum mitten in der Stadt. Trompenburg ist kein Park im gewöhnlichen Sinn, sondern ein lebendiges Archiv: eine Sammlung von Bäumen, Sträuchern, Stauden, Zwiebeln und Knollen, die über Jahrzehnte gewachsen ist und Pflanzen aus unterschiedlichen Regionen, Klimazonen und botanischen Familien zusammenführt.

Für unsere Leitfrage What are the challenges of the future liveable city? ist Trompenburg ein zentraler Ort. Denn die lebenswerte Stadt der Zukunft wird nicht nur durch Architektur, Mobilität, soziale Gerechtigkeit oder Design bestimmt. Sie wird auch davon abhängen, welche Pflanzen in ihr wachsen können, welche Arten verschwinden, welche neuen Arten einwandern und wie Menschen lernen, mit veränderten ökologischen Bedingungen zu leben.

We do not draw plants as decoration. We draw them as migrants, witnesses and co-designers of the future liveable city.

Trompenburg kann deshalb als Arche verstanden werden: nicht als abgeschlossener Rettungsraum, sondern als lebendige Sammlung, die Pflanzen bewahrt, erfahrbar macht und in Beziehung setzt. Eine solche Arche schützt nicht einfach einzelne Arten. Sie bewahrt auch Wissen: über Herkunft, Anpassung, Klima, Boden, Wasser, Schatten, Wachstum und Zusammenleben.

Das Thema Pflanzenmigration verbindet sich hier direkt mit Rotterdam als Hafenstadt. Wie Menschen reisen auch Pflanzen. Sie werden mitgebracht, gesammelt, kultiviert, verschleppt, gehandelt, angepasst oder vergessen. Manche Pflanzen werden zu vertrauten Stadtbewohnerinnen, andere gelten als fremd, invasiv oder problematisch. Die Stadt ist damit nicht nur ein Ort menschlicher Migration, sondern auch ein Ort botanischer Bewegung.

Mit Sketch&Draw nähern wir uns Trompenburg als Forschungsraum. Wir zeichnen nicht nur Blätter, Stämme oder Blüten. Wir zeichnen Beziehungen: Wie wächst eine Pflanze im Raum? Wie schützt sie sich? Wie verbindet sie sich mit Licht, Wasser, Boden und anderen Arten? Wie verändert ein Baum das Mikroklima eines Ortes? Wie wird aus einer Pflanzensammlung ein Modell für eine widerstandsfähige Stadt?

Gerade beim Zeichnen wird sichtbar, dass Pflanzen keine Dekoration sind. Sie sind Akteurinnen urbaner Zukunft. Sie kühlen, speichern, filtern, verschatten, nähren, verdrängen, überleben oder sterben. Eine future liveable city muss deshalb auch eine plant-readable city sein: eine Stadt, die Pflanzen nicht als grünes Beiwerk behandelt, sondern als Mitgestalterinnen des urbanen Lebens.

Trompenburg bringt die SketchCity-Woche auf eine wichtige Ebene: Nach der Frage, wie Pilze als anarchische Designer wirken, und nach der Frage, wie Migration Städte prägt, fragen wir hier: Welche Rolle spielen Pflanzen in einer Stadt, die in Zukunft lebenswert bleiben soll?

Sketch&Draw hilft uns, diese Frage nicht abstrakt zu beantworten, sondern sehend, zeichnend und denkend zu untersuchen. Die Linie folgt dem Blatt, dem Stamm, dem Schatten, dem Wuchs, dem Übergang. Aus der Skizze entsteht ein anderes Verständnis von Stadt: nicht als starres Bauwerk, sondern als lebendiges Geflecht aus Menschen, Pflanzen, Tieren, Pilzen, Böden, Wasser und Klima.