Third day Sketchcity 2026 – FUNGI: Anarchist Designers – Zeichnen in einer Stadt, die nicht nur vom Menschen gemacht wird

Im Rahmen von SketchCity Rotterdam besuchen wir die Ausstellung FUNGI: Anarchist Designers im Nieuwe Instituut. Die Ausstellung wurde von der Anthropologin Anna Tsing und der Architektin/Künstlerin Feifei Zhou kuratiert. Sie zeigt Pilze nicht einfach als neues nachhaltiges Material für Design und Architektur, sondern als eigenständige, schwer kontrollierbare Organismen, die in vielschichtigen Lebensgemeinschaften wirken.

Für unsere Leitfrage What are the challenges of the future liveable city? ist diese Ausstellung ein wichtiger Perspektivwechsel. Eine lebenswerte Stadt der Zukunft kann nicht mehr nur als menschengemachtes System gedacht werden: als Planung, Infrastruktur, Mobilität, Wohnen, Branding oder Architektur. Sie ist immer auch ein Geflecht aus Böden, Mikroorganismen, Pflanzen, Tieren, Klima, Abfall, Zerfall, Reparatur und unerwarteten Allianzen.

We do not draw what the city looks like. We draw how the city communicates.

Die Ausstellung spricht von Anti-Design: Pilze erscheinen nicht als passive Bausteine, sondern als anarchische Co-Designer. Sie entziehen sich der vollständigen Kontrolle und stellen die moderne Vorstellung infrage, dass Welt, Stadt und Natur beliebig gestaltet, optimiert und genutzt werden können. Genau hier setzt Sketch&Draw an: Wir zeichnen nicht nur, was eine Stadt sichtbar zeigt. Wir zeichnen, wie sie funktioniert, wie sie kommuniziert, wie sie zerfällt, wächst, repariert, verdrängt und wieder verbindet.

Mit Sketch&Draw suchen wir nach den verborgenen Strukturen der Stadt. Linien, Bündel, offene Formen und Überlagerungen helfen uns, komplexe Zusammenhänge wahrzunehmen, bevor wir sie vorschnell erklären. In der Ausstellung werden Pilze zu einem Modell für ein anderes Denken: nicht linear, nicht heroisch, nicht zentral gesteuert, sondern vernetzt, porös, vielstimmig und abhängig von anderen Lebewesen.

Rotterdam wird damit nicht nur als Architekturstadt lesbar, sondern als lebendiges System. Die Frage nach der future liveable city wird in der Ausstellung radikaler: Wie können Städte entstehen, die nicht nur für Menschen funktionieren, sondern mit anderen Lebensformen koexistieren? Wie entwirft man, wenn Kontrolle nicht mehr das Ziel ist? Wie zeichnet man eine Stadt, deren wichtigste Prozesse oft unsichtbar sind?

Unser Besuch im Nieuwe Instituut lädt dazu ein, die Stadt mit anderen Augen zu sehen: als urbanes Myzel aus Beziehungen, Abhängigkeiten, Störungen und Möglichkeiten. SketchCity wird hier zu einer Methode, um nicht nur Fassaden, Strassen und Plätze zu beobachten, sondern auch die verborgenen Bedingungen von Zukunft: Kreisläufe, Verletzlichkeit, Pflege, Widerstandskraft und Zusammenleben.

FUNGI. Anarchistische ontwerpers More on https://nieuweinstituut.nl/en/projects/fungi-anarchistische-ontwerpers

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Interview with Anna Tsing and Feifei Zhou. Video: Luc Schraauwers