Zum Abschluss der SketchCity-Woche treffen wir uns im Plein von FENIX. Hier zeigen wir unsere Skizzenbücher, teilen Beobachtungen und tauschen die Erfahrungen der Woche aus.
Die Skizzenbücher sind keine fertigen Portfolios. Sie sind Spuren eines Denkprozesses. In ihnen verdichten sich Wege durch Rotterdam, erste Linien, schnelle Beobachtungen, Fragen, Unsicherheiten, Entdeckungen, Notizen, Fundstücke und visuelle Experimente. Jede Seite zeigt, wie Wahrnehmung entsteht: nicht als fertige Antwort, sondern als Suchbewegung.
We do not exhibit finished drawings. We share sketchbooks as traces of seeing, thinking and being in the city.
Während der Woche haben wir Rotterdam aus unterschiedlichen Perspektiven gelesen: als Stadt der Migration, als Hafenstadt, als Designsystem, als Lebensraum für Menschen, Pflanzen, Pilze, Tiere und urbane Infrastrukturen. Die zentrale Frage lautete: What are the challenges of the future liveable city?
Im Plein von FENIX kommen diese individuellen Recherchen zusammen. Die Skizzenbücher werden zu offenen Archiven einer gemeinsamen Woche. Sie zeigen, wie unterschiedlich eine Stadt wahrgenommen werden kann – je nachdem, wohin man schaut, welche Fragen man stellt und welche Linien man zulässt.
Die finale Ausstellung ist deshalb weniger eine Präsentation von Ergebnissen als ein Moment des Austauschs. Wir schauen einander über die Schulter, vergleichen Beobachtungen, erzählen von Irritationen, Lieblingsorten, schwierigen Momenten und überraschenden Einsichten. Was hat sich im Blick auf Rotterdam verändert? Welche Bilder bleiben? Welche Fragen sind grösser geworden?
FENIX ist dafür ein passender Ort. Als Museum über Migration steht es für Bewegung, Ankunft, Erinnerung und Perspektivwechsel. Genau darum geht es auch in unseren Skizzenbüchern: um das Unterwegssein im Denken, um das Sammeln von Eindrücken und um die Frage, wie Stadt aus vielen Stimmen, Wegen und Geschichten entsteht.
Mit Sketch&Draw zeichnen wir nicht nur, was die Stadt zeigt. Wir zeichnen, wie sie sich mitteilt: durch Räume, Übergänge, Spuren, Pflanzen, Materialien, Menschen, Geschichten und Atmosphären.
Am Ende der Woche liegt keine einzige Antwort auf dem Tisch. Stattdessen entsteht ein vielstimmiges Bild davon, was eine future liveable city sein könnte – offen, beweglich, verletzlich, widersprüchlich und gemeinsam weiterzudenken.