Sketchcitywoche 2026 Rotterdam

In dieser Woche erforschen wir Rotterdam mit dem Skizzenbuch als Werkzeug für Beobachtung, Analyse und Ideenentwicklung. Wir untersuchen, wie Stadtplanung, Architektur, Pflanzen, soziale Dynamiken, Migration und Klimaanpassung zusammenwirken – und wie diese Zusammenhänge zeichnerisch sichtbar werden.

Rotterdam ist dafür ein idealer Ort. Die Stadt ist Hafen, Schwellenraum, Labor und Zukunftsmodell zugleich. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg neu aufgebaut, ist durch Ankunft und Aufbruch geprägt und steht heute exemplarisch für die grossen Fragen der Gegenwart: Wie kann eine Stadt resilient, inklusiv und lebenswert bleiben? Wie reagiert sie auf Hitze, Wasser, Verdichtung, Migration und soziale Veränderung?

Drawing the future liveable city

Ein wichtiger Bezugspunkt der Woche ist das FENIX Museum of Migration. Dort begegnen wir Migration nicht als abstraktem Thema, sondern als Bild, Objekt, Erinnerung und Erzählung. Migration verändert nicht nur Orte, sondern auch Identitäten, Perspektiven und Formen des Zusammenlebens. Im Museum und in der Stadt fragen wir: Welche Spuren von Bewegung, Ankunft, Verlust, Hoffnung und Zugehörigkeit lassen sich sehen? Und wie kann Zeichnen helfen, diese oft leisen, übersehenen oder schwer fassbaren Phänomene wahrzunehmen?

Sketchbook
Sketchbook

Sketch&Draw wird in dieser Woche zur gemeinsamen Sprache zwischen Wahrnehmung, Forschung, Gestaltung und urbaner Zukunft. Wir zeichnen nicht einfach, was wir schon wissen. Wir zeichnen, um mehr zu sehen: Übergänge, Dichten, Richtungen, Störungen, Beziehungen und Möglichkeiten. Das Skizzenbuch wird zu einem Denkraum, in dem Beobachtung, Reflexion und Entwurf zusammenkommen. Wir reflektieren nicht nur die rolle des Menschen als Migranten, sondern weiten den Begriff auf Pflanzen aus. Vielleicht sogar auf Haltungen und Verhalten … auf alles, was migrieren kann.

Hier einige Eindrücke aus den studentischen Skizzenbüchern, wo botanische Beobachtungen als Grundlage für das differenzierte Sehen und das Hinterfragen genutzt wird.

Unterstützt wird die Arbeit durch Routinen des Artful Thinking: genau hinschauen, Fragen stellen, Perspektiven wechseln, Komplexität erkennen und kreative Vergleiche entwickeln. So wird Zeichnen nicht zur Illustration, sondern zu einer Methode der Erkenntnis.

Am Ende der Woche entsteht ein vielstimmiges visuelles Porträt von Rotterdam: nicht als fertige Antwort, sondern als offenes Forschungsfeld. Wir zeichnen die Stadt als Raum von Bewegung, Erinnerung, Klimaanpassung und Veränderung – und fragen, was eine zukünftige lebenswerte Stadt ausmachen kann.

Wir arbeiten mit den Themen Plätze und Platz, Migration, Soziale Integration, Architektur und Stadtbotanik. Um einen Einblick zu erhalten, ist hier das Script zur Botanik.

Modell Fenix Museum
Modell Fenix Museum